Das kleine Städtchen Klütz kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Mit dem Jahr 1230 findet der Ort seine erste urkundliche Erwähnung im Ratzeburger Zehntenregister. Vor der deutschen Besiedlung der Region mit einst ausgedehnten Wäldern befand sich an selbiger Stelle schon ein slawisches Dorf – die Straße „Im Thurow“ gilt als ältester Siedlungsplatz.
Durch die gen Lübeck über Arpshagen verlaufende Handelsstraße wuchs Klütz zum wirtschaftlichen Zentrum der Region. Privilegien des Flecken Klütz, wie z. B. Marktrechte, verteidigten die Familie von Plessen und seit den 1720er Jahren die Grafen von Bothmer.
1921 erhielt der Ort seine politische Selbstverwaltung und 1938 bekam Klütz Stadtrecht verliehen. Das Ortsbild heute zeigt sich beschaulich und reizvoll mit sanierten Fachwerkfassaden, viel Grün und wird von dem in der Region gebrannten gelben Backstein bestimmt.
Es empfiehlt sich, in Klütz eine Verschnaufpause einzulegen: jüngst entstandene kleine Cafés in der Nähe des Marktes laden ein und bieten kleinen und großen Besuchern mehr als nur ein Kuchenstück – hier treffen sich Geschichte, Aktualität und Geschichten gleichermaßen.
St. Marien gehört zu den ältesten Kirchen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der spätromanische Chor der dreischiffigen Hallenkirche wurde 1248 fertiggestellt, das Langhaus um 1280, im 15. Jahrhundert der Turm. Gekennzeichnet von der Übergangszeit vom romanischen zum gotischen Stil gehen die Dimensionen von Chor und Schiff über das gewöhnliche Maß von Kirchen des ländlichen Raumes hinaus. Zahlreiche Ausstattungsstücke aus unterschiedlichen Stilepochen prägen den Innenraum. So ist das gotische Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert, die Kanzel von 1587 und der Barockaltar von 1730 sehenswert. Seit den 1720er Jahren hatten die Grafen von Bothmer in Klütz das Patronat inne.
Die heutige Trauerhalle nahe der St. Marienkirche ließ die Familie von Bothmer in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Mausoleum errichten. Sie ist stilistisch der Schlossanlage nachempfunden, eine kurze Lindenallee führt auf das Gebäude zu. Als 1938 Ludwig Graf von Bothmer den Bau an die Kirche verkaufte, verlegte man auch die dort aufgestellten Sarkophage in die seit dem 19. Jahrhundert bestehende Bothmersche Grabkapelle in Schlossnähe.
Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ befindet sich in einem ca. 1890 erbauten ehemaligen Getreidespeicher nahe dem Klützer Marktplatz. Das Literaturhaus beherbergt eine Dauerausstellung über den Schriftsteller Uwe Johnson, die Stadtinformation und die Stadtbibliothek, darüber hinaus ist es ein Forum für kulturelle Aktivitäten. Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ präsentiert auf vielfältige Weise – Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Workshops u.v.m. – die faszinierende Welt der Literatur. Es ist ein Haus für Literatur und eine Begegnungsstätte mit Literatur.
Das Klützer Pfarrhaus am Ende der Predigerstraße ließ der Graf von Bothmer 1730 in Anlehnung an Schloss Bothmer von Johann Friedrich Künnecke erbauen. Es ist wahrscheinlich aus den selben roten und gelben Backsteinen wie die Schlossanlage errichtet – so finden sich hier auch die gleichen Formsteine und Sandsteinelemente.
Von 1902 bis 1904 erbaute man auf einem Hügel bei Klütz eine holländische Galeriewindmühle, die als Windmühle bis 1972 in Betrieb war. Vor dem Verfall wurde sie gerettet, weil von 1980 bis 1985 viele Einwohner der Stadt und der Umgebung unzählige freiwillige Arbeitsstunden für den Erhalt und den Umbau zum Restaurant leisteten. Von der Terrasse der „Klützer Mühle“ aus bietet sich ein reizvoller Blick auf die Umgebung der Stadt.








